Vientiane

Vientiane ist eine Stadt, welche in der Vergangenheit unter vielen verschiedenen Einflüsse gestanden war. Einmal waren es die Vietnamesen, Birmanen oder Siamesen, ein anderes Mal die Chinesen. Mitte des 19 Jahrhunderts begann der französische Einfluss, welcher bis nach dem 2. Weltkrieg dauerte. Anschliessend wurde es eher Sowjetisch (durch den Kommunismus) und neuerdings dominiert die chinesische Beeinflussung.

Wir wollten die Stadt auf jeden Fall etwas besser kennen lernen und so mieteten wir uns wiedermal ein Paar Fahrräder und zogen los. Unsere Tour begann bei einer französischen Bäckerei, wo es die besten Croissants des ganzen Landes geben soll. Ja, sie waren wirklich gut, und Kyra konnte endlich wieder einen Kaffee nach westlichen Vorstellungen geniessen. Gestärkt fuhren wir am Nam-Phou-Springbrunnen vorbei, querten den Präsidentenpalast und legten den nächsten Stopp beim Wat Si Saket ein. Der zwischen 1819 und 1824 errichtete Tempel ist der älteste erhaltene in Vientiane. Das Gebäude im Zentrum der Anlage ist innen mit aufwändigen Wandmalereien versehen, welche aktuell gerade sorgfältig restauriert werden.

Weiter ging unsere Tour direkt auf der anderen Strassenseite mit dem Besuch des Ho Pha Kaeo. Dies war früher ein königlicher Tempel, welcher eigens für den berühmten Smaragd-Buddha erbaut wurde, und heute das Nationalmusem für religiöse Kunst beheimatet.

Nach dem wir auch diese Sehenswürdigkeit gesehen hatten, wollten wir den Talat Khua Din besuchen. Dies ist einer der grössten Lebensmittelmärkte der Stadt. Nur ihn zu finden war nicht so einfach: Ersten hatten wir wieder einmal mit den ungenauen Karten zu kämpfen, und andererseits ist der Zugang zum Markt wirklich gut versteckt. Als wir ungefähr in der richtigen Region waren, beobachteten wir ein bisschen die Leute und stellten bald einmal fest, dass alle aus einer Richtung kommend mit vielen gefüllten Plastiksäcken beladen waren. Wir folgten also in entgegengesetzte Richtung. Zuerst kamen wir zu einer grösseren Bauruine, in deren Tiefgeschoss ein Rollerparking für den Markt eingerichtet wurden. Nach dem Überqueren eines Schotter- (Müll-) Platzes, sahen wir eine Reihe von Baracken, zwischen denen sich der Zugang zum Markt erahnen liess.

So war es dann auch. Wir befanden uns in der Mitte von haufenweise Kleidern, Schuhen und allen möglichen Gebrauchsgegenständen. Nach gefühlten 100 Ständen gleicher Art, wechselte der Markt plötzlich sein Gesicht, um uns waren nun Gemüse und Früchte aller Formen und Farben zu sehen. In einem Ecken fanden wir noch den Fisch- und Meeresfrüchte-Bereich. In einer Halle nebenan, etwas abgesondert, ist der Fleischmarkt beheimatet. Es ist ja wohl selbstsprechend, dass es erstens alles was an Tieren dran ist zu kaufen gibt und zweitens, dass sich die potenziellen Kunden mittels der Druckmethode über die Qualität des Fleisches vergewissern. Nach weiteren Textilständen, kehrten wir via dem Haushalts-, Pharmaziebereich zurück in meinen Lieblingsbereich des Marktes. In der Gemüse- und Früchteabteilung gönnten wir uns eine frische Mango. Beim zurückschlendern in Richtung unserer Fahrräder, packte uns etwas der Hunger und so kehrten wir bei einem der Marktrestaurants ein. Man merkte gut, dass sich in diesen Markt nicht so viele Touristen verlaufen. Englisch ist hier Fehlanzeige, also bestellten wir mit dem Zeigefinger auf die ausgestellten Köstlichkeiten deutend. Es gab irgendeine undefinierbare, süsssaure Suppe (die gehört einfach dazu), und dazu Reis mit den Beilagen/Fleischgerichten nach Wahl – es wird draufgepackt was gerade so Platz hat. Natürlich verstanden wir auch nicht, was das ganze kosten sollte. So strecken wir der freundlich lächelnden alten Frau einfach ein paar Kip-Noten entgegen und sie wählte selber aus. Es kostete am Schluss etwa zwei Franken.

Glücklich verliessen wir den Markt und machten uns mit den Fahrrädern auf zum Patuxai. Der Patuxai, „Tor des Sieges“ ist ein Triumphbogen. Der 49 Meter hohe Monumentalbau steht am Ende der Xang-Prachtstrasse. Obschon das Betongebilde in den 1960er Jahren als „Denkmal für die Helden der königlichen Armee“, d.h. für Laos’ Unabhängigkeit von Frankreich (1949) errichtet wurde, erinnert es sehr stark an den Arc de Triomphe und die Avenue des Champs-Élysées in Paris. Wie sein Pendant in Paris, dient auch der Patuxai als Aussichtsplattform. Natürlich mussten wir zuoberst hinaus, auch wenn der Aufstieg mühsam erkämpft werden musste. Auf einigen der Etagen nach oben waren natürlich reich gefüllte touristische Verkaufsstände zu finden.

Unsere Velotour durch Vientiane führte uns anschliessend in eine lokale Einkaufsmall. Die war jedoch nicht besonders spektakulär: Eigentlich nichts anderes als ein Markt in einem Kühlschrank. So waren wir dann auch ziemlich schnell wieder raus und führten unsere Tour mit der Besichtigung von mehreren Tempeln weiter. Der Wat In Paeng war unser erstes Ziel, bekannt für seine kunstvoll gestalteten Stuckreliefs. Gleich über die Strasse wartete der Wat Ong Teu Mahawihan, mit seinem 5.8m hohen Bronze-Buddha aus dem 16. Jahrhundert. Der Wat Hai Sok und der Wat Mixai war dann die letzten Tempel für den Tag.

Unsere Tour endete schlussendlich wieder in der französischen Bäckerei, wo wir und mit David und Tiffany auf ein Apéro trafen. Sie werden bereits heute Abend weiter in Richtung Pakse reisen, wo sie ein paar Tage verbringen, bevor sie ihre Reise auf derselben Route, jedoch ein paar Stunden versetzt, weiterführen werden wie wir.

Den Tag liessen wir anschliessend mit einem feinen Nachtessen in einem typisch laotischen Restaurant ausklingen. Gemäss Lonely Planet soll es sich bei Selbigem um das Beste in der Innenstadt handeln. Wir bestellten uns drei verschiedene Gerichte und schlemmten uns durch die heimische Kochkunst.

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