Crazy Trip to Don Khon

Im Hotel bereiteten wir uns für die Reise mit dem Sleepingbus vor. Wir konnten uns noch etwas erfrischen und bequemere Kleidung für die Nacht anziehen. Um 18.00Uhr sollte uns ein Bus beim Hotel abholen. Nach einer halben Stunde des Wartens baten wir den etwas speziellen Ali (Besitzer des Hotels Ali) ob er für uns beim Vermittler anrufen kann. Leider war nur ein Tonband in der laotische Sprache zu hören. Da weder Ali noch wir deren mächtig sind, blieb uns nichts Anderes als weiter zu warteten. Nach fast einer Stunde klappte es doch noch und wir stiegen in den schon recht vollen Minibus. Den bequemsten Platz den ich fand war auf Andrés Beinen :-). Trotzdem luden wir noch mehr Leute auf, bis wir dann wirklich voll beladen zum Bussbahnhof fuhren. Dort angekommen hatte unser Chauffeur Mühe den richtigen Sleeping-Bus zu finden. Ausserdem wurde uns, und auch den anderen Mitreisenden, die Quittungen mit der Zahlbestätigung abgenommen. Was ja eigentlich hier ganz normal ist, da die Tickets immer wieder umgetauscht werden müssen. Dieses Mal bekamen wir aber nur einen Fresszettel mit unseren Platznummern. Leider konnte der Fahrer auch kaum ein Wort Englisch. Am Busbahnhof angekommen, folgte André dem umherirrenden Fahrer. So kamen wir nach ein paar Runden durch den Busbahnhof an einen Schalter, wo der Fresszettel gegen ein Ticket nach Pakse eingetauscht werden konnte. Ein Ticket für die Weiterfahrt ab Pakse hatte aber niemand erhalten.

Im 2-stöckigen, vorne farbig blinkenden, sehr alten und teileweise demolierten (die Frontscheibe war an einigen Stellen bereits mit Klebeband wieder geflickt worden) Sleeping-Bus, hatten wir eine Zweierkabine. Einzelplätze gab es nicht. Solche die Alleine reisten, teilten nun den doch sehr engen Platz mit einem fremden Menschen. Für uns war das zum Glück kein Problem. Das Abteil war gerade so lang, dass ich mich strecken konnte. Für André war es definitiv zu kurz. Trotzdem richteten wir uns gemütlich ein. Kissen und Decken waren vorhanden. Die Schuhe mussten wir beim Einsteigen natürlich ausziehen, dazu werden immer Plastiksäcke verteilt. Eine Toilette war auch vorhanden, jedoch war der Boden und auch das WC nass vom Wasser das aus dem Kessel schwabte, der zum Spülen gedacht war und es roch übel. Händewaschen konnte man nach dem WC-Gang, wie an den meisten Orten ebenfalls nicht. Der Gang im oberen Stock war schmal und tief. Das Fenster unserer Schlafkabine reichte dafür fast bis an den Boden, so dass ich im Liegen aus den Fenster schauen konnte. Gemütlich assen wir noch unsere feinen Sandwiches. Die Fahrt startet dann ca. um 20:30 Uhr, nachdem uns gesagt wurde der Bus fährt in 5min und wir dann weitere 45min gewartet hatten. Bereits einige Minuten nachdem wir losgefahren sind, wurde das Licht ausgeschalten. So richteten wir uns ein und schlossen die Augen. Nach mehrmaligen Zurechtrücken und Einrichten konnten wir dann doch einschlafen. Mit wenigen Unterbrüchen schliefen wir doch recht gut. Auch an das Holpern und Schaukeln hatten wir uns schnell gewöhnt. In der Nacht erwachte ich und auch André einmal kurz, weil einer der einheimischen Begleiter des Busses mit einer kleinen Handlampe in unsere Richtung (Wir hatten unsere Kabine im hinteren Teil des Busses) gekommen war. Nachdem er mich wach gesehen hatte, sah er mich an und ging wieder. Am Morgen erfuhren wir dann auf der Weiterreise, dass einem anderen Mitreisenden scheinbar Geld gestohlen wurde. Zum Glück hatte wir beide wie immer unsere Wertsachen ganz nach bei uns platziert und erwachten auch wenn jemand kam.

Am Morgen des 7.12 um 6:30 Uhr, nach einer 10 stündigen Fahrt sind wir in Pakse, wo wir umsteigen sollten angekommen. Plötzlich wurde ich aus dem Schlaf gerissen und es hiess sofort aussteigen. Die Nacht war schnell vorbei gegangen. Etwas benommen nahmen wir alle unsere Sachen und stiegen aus. Nun wusste niemand mehr so recht wie es weiter ging. Ein Mitarbeiter kam und informierte uns wer, wo auf den nächsten Bus warte sollte und dass diejenigen die noch kein Ticket haben eines kaufen sollen. Da noch andere kein weiteres Ticket mehr erhalten hatten, trotz Bezahlung, entschlossen wir uns zu warten. Ein englisches Paar und eine Schwedin hatten ihre Quittungen noch. Die Engländer haben es dem Fahrer des Minibuses in Vientiane einfach wieder abgenommen. Wir machten davon ein Foto, sodass wir es bei Bedarf als unser eigenes zeigen konnten.

Nach weiterem längerem warten (ca. 45min) holte uns ein Minibus ab. Dieser wollte keine Tickets sehen, also nichts wie rein in den Bus. Alle Reisenden welche zu den 4000 Islands wollten, fanden einen Platz im Minibus, diejenigen welche direkt nach Siem Reap weiterfahren wollten, blieben am Busbahnhof zurück. Nach 5-minütiger Fahrt wurden wir dann auch schon wieder abgesetzt. Etwas verwirrt standen wir nun vor dem Büro des Reiseanbieters in Pakse. Immerhin erhielten wir dort gratis Tee und weitere Informationen. Nun wurde die Original-Quittung eingezogen, unser Foto reichte jedoch völlig aus, und es wurde ein Ticket für die ganze Gruppe, welche nach Don Det reiste, ausgestellt. Wieder warteten wir etwa 1,5 Stunden. Angeblich sollte uns ein grosser Bus weiter nach Nakasong fahren. In der Zwischenzeit wurden die Reisenden mit dem Ziel Siem Reap auch noch zum Reisebüro geholt. Als der Bus mit mehr als 30 Minuten Verspätung eintraf, war dieser so voll, dass nur 2 unserer Gruppe noch einen Platz hatten. Also durften wir anderen wieder in den Minibus einsteigen. Was auch gut so war, denn der Minibus war gar nicht so unbequem. Auch die Gruppe Siem Reap fand noch Platz. Unser Fahrer hatte einen sehr eigenen Fahrstill. In schnellem Tempo, hupend und manchmal mit schnellen Schlenkern rasten wir nun über die Strasse. Nach weiteren zwei Stunden waren wir ganz in der Nähe von Nakasong. Als mitten auf der Hauptstrasse bei einem kleinen Laden die Reisenden nach Siem Reap ausgesetzt wurden. Ein Bus würde diese später aufgabeln. Wir wurden ohne ein Wort an einer kleinen Busstation mitten in Nakasong abgesetzt. Unsere Gruppe entschied sich dann selber in Richtung Wasser zu laufen. Nun mussten wir nur noch auf die Insel kommen. Am Schalter für die Schiffstickets erhielten wir nach kurzer Diskussion auch die Tickets für das Boot. Zwei Tickets liessen wir für die beiden Briten, welche im grossen Bus gereist und noch nicht angekommen waren, hinterlegen. Die kurze Bootsfahrt führte durch eine schöne Wasserlandschaft, zwischen mehreren zum Teil sehr kleiner Inseln und aus dem Wasser ragenden Sträuchern hindurch. Unsere Bootsfahrt endete auf einem schönen kleinen Sandstrand.

Wir hatten unser Ziel erreicht. Gemeinsam mit der Schwedin Diana, welche alleine unterwegs war, schauten wir nun für ein TukTuk, welches uns auf die andere, etwas ruhigere Insel Don Khon bringen sollte. Die TukTuk`s hier waren Motorfahrräder mit einem kleinen Seitenwagen. 2 Passagiere hatten in diesem Seitenwagen Platz und je nachdem fand ein Dritter hinter dem Fahrer auf dem Motorrad Platz. Da von uns aber ein absolut überrissener, nicht verhandelbarer Preis verlangt wurde entschieden wir uns kurzerhand ein Velo (ca. 1.20 Fr. pro Tag) zu mieten und den etwas 4,5km langen Weg so zurück zu legen. Die Insel war sowieso bekannt als Fahrradinsel. Der TukTuk-Fahrer von vorhin lächelte uns zu und meinte das wäre eine gute Idee – auch wenn die Strecke von ihm vorhin als weit und beschwerlich beschrieben wurde. Dies änderte sich aber wohl, als wir den Deal mit ihm nicht eingingen. Beladen mit unserem Gepäck starteten wir unsere Fahrt. Das Handgepäck konnten wir in den Korb vorne beim Lenkrad legen. Die Fahrt führte durch das Dörfchen Don Det und anschliessend quer über die Insel bis wir die Brücke nach Don Khon erreichten. Einige Menschen lächelten uns unterwegs an und schauten uns interessiert zu. Für sie war es wohl witzig den Touristen bei solchen Aktionen zuzuschauen. Die Fahrt war anstrengend und die Strasse war ein unbefestigter Weg mit Wellen und Löchern, aber wir kamen gut voran. Es war heiss und sowohl Diana als auch ich hatte etwas mit einer Erkältung zu kämpfen und fühlten uns nicht ganz gesund. Wir waren froh als wir unser Ziel erreichten. Wir spürten nun auch unsere Schultern und den Rücken, wegen den voll beladenen Rucksäcken.

Nach einer fast 17-stündigen Reise – einem Crazy Trip – hatten wir unser Ziel endlich erreicht.

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