Sunset Cruise

Diana hatte uns für den Abend zwei weitere Personen, eine Holländerin und eine Belgierin mittleren Alters, aus ihrem Hotel vermittelt, damit wir gemeinsam einen Sunset Cruise unternehmen konnten. So war es für uns alle ein bisschen billiger. Diana selber besuchte am späteren Nachmittag die grossen Wasserfälle und kam nicht mit, da sie am nächsten Morgen bereits weiter nach Siem Reap reisen würde.

Nachdem wir alle ins Boot geklettert waren und uns eingerichtet hatten, startete unsere Fahrt flussaufwärts. Wir fuhren an kleineren, wie auch grösseren Inseln vorbei, sahen Einheimische am Fluss, Kinder am Baden, ihre Häuser, Einheimische bei der Kontrolle ihrer Fischernetze auf dem Wasser, einen Tempel, schöne grosse Bäume auf den Inseln und ab und zu wieder Rinder an Land. Die Kinder winkten uns jeweils und freuten sich, wenn wir zurück winkten. Wir durften eine sehr schöne Landschaft betrachten. Auf einer kleinen Sandinsel mitten im Fluss legten wir schliesslich an. Hier würden wir den Sonnenuntergang geniessen können. Ausser uns, und etwas weiter weg einem Fischer, war kein Mensch in der Nähe. Auf der Insel wurden Wassermelonen angebaut. Während wir auf den Sonnenuntergang warteten, spazierten wir auf der kleinen Insel umher, genossen die Ruhe und machten Fotos. Die Holländerin interessierte sich sehr für unsere Kameras und fürs Fotografieren und kam schnell mit uns ins Gespräch. André erklärte ihr einige Dinge. Die beiden Frauen machten von uns Fotos und wir von ihnen. Es war sehr witzig, weil wir doch alle sehr kreativ waren mit unseren Posen. Wir hatten alle zu lachen und unseren Spass. Auch ihrem Holländisch und Belgisch zuzuhören war sehr witzig.

Der Bootsfahrer beschäftigte sich auf seine Art. Er machte Liegestützen, joggte herum und legte sich noch etwas auf sein Boot. Nach dem Sonnenuntergang machten wir uns auf den Rückweg. Während dem Eindämmern fuhren wir durch die Landschaft aus Inseln und Sträuchern zurück. Als Positionslicht hängte der Laote sein iPhone auf. Das Licht war aber nur schwach. Die anderen Boote, vor allem auch die viel Kleineren hatten kein Licht. Es war schon fast dunkel als wir wieder zurück waren. Der Bootsführer erklärte uns, dass er doch sehr aufpassen musste kein anderes Boot zu rammen, da er diese im Dunkeln nur schwer sehen könne. Alles war aber gut gegangen. Es war eine wunderschöne, etwa zwei Stunden dauernde, Fahrt gewesen.

Unser Abendessen nahmen wir bei der lieben, lachenden Laotin ein. Sie schien sich sehr darüber zu freuen. Es war noch ein weiterer Gast dort. Ein komischer älterer Mann, der etwas laotisch, gut Englisch und Französisch sprach und allen die vorbei liefen „Welcome to Lao“ zurief. Er plauderte auch immer wieder auf die Laotin ein und nannte sie „Mama“. Zuerst unterhielt er sich etwas mit uns und später mit zwei Franzosen. Dazu trank er Bier. Dumm schien er nicht zu sein, aber etwas angetrunken.

Wir genossen das Essen und kehrten in unser kleines Bungalow zurück. Unser Zimmer hatte ein Mückennetz über dem Bett und ein kleines Badezimmer (Dusche, WC, Lavabo in einem ‑ Duschkabinen kennt man hier nicht). Ab und zu hatten wir wieder süsse Geckos als Zimmergenossen.

Vor dem Schlafen versuchten wir Fotos der beleuchteten Ufer zu machen. Dazu löschten wir für diese Zeit zwei der vier schwachen Lichter der Veranda vor den Bungalows. Die Besitzer kamen immer wieder und drehten sie ohne ein Wort an. Unsere Unterkunft wurde von einem jüngeren Mann und einer älteren Frau geführt. Weitere Personen schienen sie zu unterstützen. Die ältere Frau war sehr nett, der Mann jedoch war unfreundlich: Hatte immer ein ernstes Gesicht und sagte kaum ein Wort. Sein Restaurant blieb abends auch meistens leer. Oft sass er im offenen Wohnzimmer seines danebenliegenden Hauses, schaute TV und bewegte sich nur wiederwillig, wenn von ihm etwas verlangt wurde. Auch die Sitzkissen auf der Veranda vor den Bungalows wurden am ersten Tag als wir dort waren entfernt und nicht wieder zur Verfügung gestellt. Aber was soll’s, wir liessen uns das Gefühl in einem kleinen Paradies zu sein deshalb nicht nehmen.

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