Sporttag

Um die Insellandschaft besser erkunden und geniessen zu können, hatten wir für heute eine Kajaktour gebucht. Unser stiller Hotelbesitzer brachte uns am Morgen mit seinem Boot auf die Insel Don Det. Im Restaurant von Mr. Mo erhielten wir ein feines Frühstück (Omelette), bevor die Kajaktour startete.

Nachdem jeder eine Schwimmweste gefasst hatte, ging es in Zweierteams auf ein Boot und ins Wasser. Die Tour startete flussabwärts. Unsere Guides legten ein recht schnelles Tempo vor. Für uns war das zum Glück kein Problem. Dieses Mal funktionierten wir von Anfang an harmonisch. Ein Team war ziemlich in Rückstand geraten, dies passte unseren Guides nicht und sie wollten die beiden mit je einem von ihnen ins Boot steigen lassen. Die beiden wollten sich aber nicht trennen und hatten nur viel miteinander gesprochen. Nun durften sie weniger sprechen und mussten mehr paddeln.

Unser erster Stopp war dazu da, die kleinen Wasserfälle im Osten der Insel Don Khon anzuschauen. Nach einer kleinen Wanderung über einen schmalen Pfad, zwischen den Bäumen hindurch, hatten wir eine ältere, wackelnde Hängebrücke zu überqueren. Sie war in gutem Zustand, trotzdem hatten wir sie, auf Anweisung unseres Guides, immer nur zu zweit zu überquert. Die Hängebrücke kam beim Überqueren ziemlich in Schwingungen, was dem einen oder anderen den Stand erschwerte. Bei den kleinen Wasserfällen, erzählte uns der Guide von den speziellen Fischfallen aus Bambus, die wir dort sahen. In der Regenzeit können sie damit mehrere hundert Kilo Fisch pro Nacht fangen. Die kleinen Fische gehen problemlos durch die Falle hindurch, während die Grösseren von der Strömung hineingetrieben werden und gefangen bleiben.

Nach einer kurzen Wanderung weiter flussabwärts, ging unserer Fahrt mit den Kanus weiter. Der Wasserweg führte ab und zu durch engere, schnellere Stellen zwischen Büschen hindurch. Unser Guide warnte uns genau zu machen was er sagt und hintereinander zu fahren. Alle meisterten diese Stellen problemlos, es war auch nicht wirklich schwer, bis auf die zwei dauernd plappernden Franzosen. Plötzlich hingen sie seitlich mit ihrem Kanu in einem Strauch. Da sie es nicht schafften sich zu lösen, versuchten die Guide zu ihnen zu gelangen. Der männliche Franzose muss dann wohl aus dem Kanu gefallen sein, denn er kam mit seinem Hab und Gut angeschwommen. Etwas dahinter kam die Frau dann hilflos mitten im Kanu sitzend. Sie hatte es doch noch geschafft. Ein Schmunzeln konnten wir uns natürlich nicht verkneifen.

Südlich von Don Khon, im Grenzgebiet zu Kambodscha, wurde der Mekong sehr breit und tief, man fühlte sich wie auf einem See. In diesen Gewässern konnte man früher oft die Irawadi-Delfine (Flussdelfine) beobachten. Bei den Irawadi-Delfinen handelt es sich eigentlich nicht um Flussdelfine – sie leben mehrheitlich in den Küstengewässer von Südostasien und Australien. Einige Schulen sind jedoch den Mekong hochgewandert und halten sich vornehmlich in den Flussabschnitten Kambodschas auf. Einige wenige schwammen jedoch bis ins Grenzgebiet zu Laos. Früher konnte man diese öfters hier beobachten. In der jüngeren Vergangenheit sind die Sichtungen jedoch immer weniger geworden und seit eine chinesische Firma in der Region einen Damm baut und dazu regelmässig Sprengungen durchführt, sind die Delfine nur noch äusserst selten zu beobachten. Laut unserem Guide sollen in dieser Region in der Zwischenzeit nur noch 3 Delfine leben. Mit unseren Kanus fuhren wir weit nach draussen, bis etwa in die Mitte, wo wir warteten und uns nach den Delfinen umsahen. Leider liess sich keiner der Delfine blicken.

Also machten wir uns auf den Weg zu einer kleinen Sandinsel auf diesem riesigen Flussgebiet, wo wir unser Mittagessen einnahmen und uns etwas ausruhten. Die Insel gehört bereits zu Kambodscha. Nach dem Essen kühlten wir uns dann noch im Mekong ab.

Mit dem Kanu überquerten wir wieder den Fluss und fuhren den Inseln entlang zum Festland. Es war eine recht weite Strecke und wir hatten ein sehr schnelles Tempo drauf. Mit der Zeit wurde es für mich ziemlich anstrengend. André hatte nach dem Essen etwas Bauchschmerzen, die aber zum Glück wieder besserten. Wir machten eine kurze Pause und André kühlte sich im Mekong etwas ab. Nun hatte wir wieder Energie die anderen einzuholen. Wir waren am Schluss nicht einmal die letzten, die angekommen sind.

An der Stelle wo wir an Land gingen wartete schon ein kleiner Transporter auf uns, der die Kanus einlud. Zuerst musste sie aber das ganze Wasser, welches in die Kanus gelaufen war, ausfliessen lassen. In der Zwischenzeit kam eine kleine braune Kuh zu uns und machte sich am Sack mit den Essensabfällen (Melonen und Bananenschalen) zu schaffen. Wir fütterten und streichelten sie dazu. Vor einem Haus, sahen wir noch etwas ganz Spezielles: Viele auf Spiesse aufgestochene Frösche, welche an der Sonne getrocknet wurden. Dies soll hier als Delikatesse gelten und recht teuer sein. Es roch aber sehr übel.

Mit dem Transporter ging es nun in die Richtung der Khonephapheng-Wasserfälle. Der Eintritt war sehr teuer (war aber bei unsere Kajaktour bereits inklusive), aber der Blick auf die Wasserfälle war beeindruckend. Beim Eingang wurde ein alter Baumstamm in einer Glasvitrine aufbewahrt und mystische Musik lief dazu. Unser Guide erzählte uns, dass der Baum sehr heilig ist. Früher Stand er mitten im Wasser oberhalb der Wasserfälle. Der Sage nach hatte der Baum 3 Hauptäste an denen jeweils eine andere Frucht gewachsen ist. Diese Früchte verliehen einem spezielle Fähigkeiten, wenn man sie ass (eine davon war, dass man fliegen könne wie ein Affe – wie auch immer…). Wir konnten den Wasserfall von verschiedenen Aussichtspunkten aus beobachten. Natürlich gab es mal wieder eine grosse Gruppe von Chinesen. Eine Frau warf ihre Plastikflasche einfach in den Wald. Wir konnten uns natürlich nicht verkneifen, böse Kommentare dazu fallen zu lassen. Die Chinesin schien darüber wohl sehr überrascht und gar etwas verängstigt zu sein.

Nach der Besichtigung fuhren wir mit dem Transporter noch etwas Flussaufwärts, wo wir mit den Kajaks noch den Fluss zu überqueren hatten bevor wir zurück am Ausgangspunkt waren. Nun spürte ich meine Arme. Bevor wir losfuhren knuddelte unser Guide noch einen kleinen Hundewelpen, der sich sehr freute. Wir konnten dem Tempo unserer Guides folgen und waren von unserer Gruppe mit Abstand die ersten die das Ziel erreichten.

Mit einem sehr schmalen, langen Schnellboot, wurden wir zum Hotel zurück gefahren. Die Bootskanten waren nur knapp über dem Wasser und man durfte sich ja nicht zu stark bewegen.

Da wir am nächsten Tag weiter nach Kambodscha reisen werden, mussten wir heute noch unsere Velos zurück nach Don Det bringen. Unser Transport würde uns am Morgen direkt beim Hotel abholen. Da es bald dunkel wurde und wir kein Licht dabei hatten mussten wir uns etwas beeilen. Wir montierten unsere Sportausrüstung und rasten mit unseren Schrott-Velos los. André musste alle paar hundert Meter wieder die Kette einfädeln. Wir stellten die Velos bei der Verleihstation ab und joggten sofort zurück. Es war anstrengend, aber wir schafften die 4,5km ohne Stopp. Gegen Ende war es schon dunkel geworden und man musste aufpassen wo man hintrat. Auf dem langen Weg quer über die Insel, war es doch sehr dunkel. Die Leute, die uns vorbeirennen sahen, schauten uns interessiert, fragend, unverständlich, … nach.

Nach einer wohltuenden Dusche assen wir nochmals bei unserer Lieblings-Laotin zu Abend. Sie freute sich sehr. Der komische Typ vom Vorabend, der uns beim Joggen bereits auf der Verbindungsbrücke der beiden Inseln begegnet war, kam ebenfalls wieder. Heute war er ganz sicher betrunken und trank noch mehr Bier. Er verhielt sich der Frau gegenüber etwas respektlos. Ein anderer Laote, der die Frau, nachdem sie mit einer Nachbarin einige Zeit geredete hatte wieder zurück an die Arbeit schickte, setzte sich dann zu ihm an den Tisch und beobachtete ihn stillschweigend. Wir sahen auch die „Wohnung“ der Laotin und ihrer Familie, die sich ganz in der Nähe befand. Sie hatten unter einem alten, verlotterten Stelzen-Haus Plastikplanen gespannt… Über dem einen grossen Bett, das wir sahen, hing ein Mückennetz. Viel mehr schienen die Leute nicht zu besitzen.

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