Der Tad Kuang Si Dschungelpark liegt etwa 30km südwestlich der Stadt Luang Prabang. Damit wir uns Zeit nehmen konnten, mieteten wir wieder einen Roller. Wie in Thailand sind auch in Laos Motorräder ein sehr häufiges Fortbewegungsmittel.
Der Weg führte durch mehrere kleine Dörfer entlang einer kurvigen Dschungelstrasse. Ab und zu kamen wieder kleine Holz-Brücken. Die Strasse war nicht mehr überall in bestem Zustand und wies teilweise grosse Löcher auf. Wir meisterten den Weg jedoch ohne Probleme, dort angekommen mussten wir tatsächlich eine kleine Parkplatzgebühr für unseren Roller bezahlen.
Im Park starteten wir unseren Spaziergang in Richtung der Wasserfälle. Wir kamen an wunderschönen teilweise sehr alten Bäumen vorbei. Immer wieder gab es Informationstafeln zu den Pflanzen und Bäumen, was sehr interessant war.
Kurz nach dem Parkeingang kamen wir durch das Tad Kuang Si Bärenrettungszentrum. Die Tiere wurden Wilderern abgenommen und Leben nun hier, da sie in freier Wildbahn über kurz oder lang wieder gejagt würden. Sie hatten wirklich schön eingerichtete Gehege. Zwei kleine Bären haben gemeinsam gespielt, die anderen haben irgendwo geschlafen. Einer der Bären hatte es sich in der Hängematte gemütlich gemacht.
Nach einer weiteren kurzen Strecke erreichten wir dann die ersten Kaskaden der Wasserfälle. Ein wunderschöner Anblick bot sich uns. Das Wasser war azurblau und in einigen der Becken durfte man sogar Baden. Doch zuerst wollten wir uns noch die Hauptkaskade, wo das Wasser 25m in die Tiefe stürzt, anschauen. Von einer Brücke unterhalb des Wasserfalls aus, konnten wir ihn bestaunen. Ein Weg führte hoch zum Anfang des Wasserfalls. Es war mal wieder ein steiler Aufstieg und ich kam wieder mal ausser Atem. Aber zum Glück trug André unseren Rucksack 😉 Oberhalb des Wasserfalls befanden sich überall kleine Becken und es führten Holzstege darüber. Auf der anderen Seite gab es einen weiteren Weg der wieder nach unten führte. Dieser war etwas leichter als auf der anderen Seite. Einmal führte eine Treppe halb im Wasser den Hang hinunter. Wir genossen den schönen Weg durch die Natur. Nur zu dumm, dass wir nun langsam Hunger hatten, aber nichts zu essen mitgenommen hatten.
Bevor wir uns etwas Essbares an den vielen Ständen am Parkeingang suchten, wollten wir natürlich unbedingt in dem schönen blauen Wasser baden gehen. Das Wasser war schon kalt, aber mehr Mühe hatte ich mit den vielen kleinen Fischen, welche einem an den Füssen und Beinen knabberten. Beim ersten Mal bin ich so erschrocken, dass ich sofort, geflohen bin. So dauerte es sehr lange bis Andrés Überredungskünste mich ins Wasser brachten. Zuerst bin ich jeweils wieder von den bösen Fischchen geflohen. Solange man in Bewegung war liessen sie einem in Ruhe. Beim Wasserfall waren sie dann zum Glück nicht mehr, da die Strömung für die Fische wohl zu stark war oder sie andere Opfer umzingelten. Unter dem Wasserfall des Badebeckens gönnten wir uns eine Rückenmassage. Man musste aber aufpassen, dass es einem nicht die Kleider auszog. Mit der Zeit war meine Neugier für die Fische gewachsen und ich versuchte sie näher an den Rand zu locken damit ich sie sehen konnte. Das Knabbern fühlte sich lustig an und kitzelte ein wenig.
Nach dem Baden hatten wir beide kalt und noch mehr Hunger. Am Parkeingang gab es einige Stände zum Shoppen, Stände mit Essen und kleine Restaurants. Wir verpflegten uns mit einem feinen Essen und tranken aus einer grossen Kokosnuss, die bis oben gefüllt war mit Kokosmilch. Natürlich liessen wir sie danach halbieren, so dass wir auch noch das feine Kokosfleisch essen konnten.
Auf dem Weg nach Hause hielten wir noch bei einem kleinen Tempel namens „Wat Nazao Sukharam“ in einem kleinen Dorf an. Die Türen waren aber alle verschlossen, so dass wir nur die Häuser von aussen betrachten konnten.
In Luang Prabang besuchten wir nach einem feinen Fruit Shake nochmals den Teil der Stadt, wo viele Tempel direkt nebeneinanderstehen. Wir wollten nochmals den Mönchen beim Trommeln zuhören. Jedoch schien dies heute nicht stattzufinden. Wir hatten nun deshalb genug Zeit mit dem Roller auf die andere Seite des Flusses zu fahren, um nochmals den Sunnset View Point zu besuchen. Heute war auch das Wetter besser, so dass wir schöne Fotos machen konnten. Dort trafen wir Tiffany und David. Sie hatten die kaputte Bambusbrücke überquert und wollten ebenfalls den Sonnuntergang beobachten. Bei den Hotspots in und um Luang Prabang treffen wir immer wieder auf bekannte Gesichter, welche auch demselben Mekong-Boat waren. Ist noch lustig, wie sich verschiedene Menschen unabhängig voneinander den gleichen Plan machen. Nach einem schönen Sonnenuntergang, machten wir uns dann auf den Weg zurück zum Hotel.
Am Abend hatten wir uns mit Tiffany und David zum Abendessen verabredet. David und Tiffany sind ebenfalls aus der Schweiz, aus der Romandie. David spricht aber auch Schweizerdeutsch. Wir assen Barbecue Lao style. Für vier Personen wurde und das Big Set empfohlen. Auf dem Turm konnten wir das Fleisch braten und im Wasser rund herum das Gemüse, die Eier, Teigwaren und Pilze kochen. Es war super fein. Das sehr dünn geschnittene Fleisch ging sehr schnell zu Ende, deshalb bestellten wir noch eine zweite gemischte, grosse Platte. Wir wurden etwas ungläubig angeschaut. Nachdem auch der Gemüsekorb leer war, bestellten wir auch noch einen zweiten Gemüsekorb. Der Kellner sah uns wieder etwas verwundert an. Ich glaube wir waren in der Küche das Gesprächsthema. Nachdem wir dann noch eine dritte Fleischplatte bestellt hatten, waren wir sicher das Gesprächs Thema Nummer 1. Das Essen war super. Nun waren wir alle vollgegessen und müde. Unsere Unterhaltungen führten wir Deutsch, Französisch und etwas Englisch. Mit etwas Übersetzungshilfe haben wir uns immer verstanden. Wir hatten einen witzigen und schönen Abend zusammen.

Ächt schö! Da chönti me sicher no chli länger sich verwile.