Luang Prabang

Da wir vor hatten drei Nächte in Luang Prabang zu verbringen, haben wir es wieder einmal etwas gemütlicher genommen. Nachdem wir genüsslich ausgeschlafen hatten und uns am Vormittag noch etwas mit den Fotos und dem Reiseführer beschäftigt haben, brachen wir auf zu einer Erkundungsrunde.

Luang Prabang, die alte Königsstadt und heutiges UNESCO-Weltkulturerbe, ist bekannt für ihre vielen Tempel. So erstaunt es nicht, dass wir bereits an der ersten Strassenecke bei einem solchen hängen geblieben sind. Den Wat Aphay mussten wir schliesslich fast besichtigen, ist er doch der Namensgeber von unserem Hotel.

Als es langsam gegen den Mittag ging und sich ein kleiner Hunger breitmachte, kehrten wir in ein schönes kleines Restaurant ein und genossen eine Soup Lao. Das ist die hiesige Spezialität: Eine klare Brühe mit Poulet, Nudeln und vielen Kräuter. Dazu einen grossen Teller mit allerlei Gemüse, weiteren Kräuter, Chilis, Pilzen, usw. welche nach Belieben zur Suppe hinzugefügt werden können. Gestärkt machen wir uns anschliessend darauf den Hausberg, den Mount Phou Si zu erklimmen. Wobei das Wort «Berg» eine gnadenlose Übertreibung ist – erhebt sich der Hügel doch kaum mehr als 100 Meter. Nichts desto trotz bietet er einen schönen Ausblick auf die Stadt und die umliegende bewaldete Berglandschaft. Die, doch ziemlich steilen, Treppen zum Gipfel führen an zahlreichen Buddha-Statuen und anderen Heiligtümern vorbei, bevor zuoberst ‑ wie könnte es anders sein ‑ wiederum ein Tempel steht. Der Ausblick auf die, von französischer Kolonialarchitektur geprägten, Altstadt hat uns sehr gefallen und so liessen wir dort oben etwas Zeit verstreichen und beobachteten das Geschehen bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Immer wieder kamen Leute mit einem kleinen Vogel in einem winzigen Käfig aus Bambus auf den Berg, welcher dann, wohl als Glücksbringer, frei gelassen wurde.

Wir liessen also das spirituelle Zentrum von Luang Prabang hinter uns, stiegen gegen Norden vom Mount Phou Si herunter und landeten direkt vor dem ehemaligen Königspalast und einem weiteren beeindruckenden buddhistischen Tempel, dem Wat Ho Pha Bang.

Durch das Stadtzentrum schlendernd und Fruchtsaft («Fruit Shake») schlürfend konnten wir die eine oder andere interessante Szenerie beobachten. Auf einmal hörten wir von überall ein beinahe mystisches Trommeln. Die Suche nach der Quelle dieser Töne führe uns zum nächstgelegenen Tempel. Mönche musizierten mit voller Kraft, sich abwechselnd, auf der riesigen hängenden Trommel. Als Begleitung dazu dienten eine Art Cymbales. Das Ereignis wiederholt sich in den meisten Tempeln über den ganzen Tag (das erste Mal gegen 04:00 Uhr) verteilt, jedoch nur zu bestimmten Tagen des Mondkalenders.

Auf der Sightseeing-Tour durfte natürlich auch der Wat Xieng Thong nicht fehlen. Als einziger Tempel der Stadt überstand er die Plünderung von 1887 unversehrt. Zudem ist der Baustil, mit dem fast bis auf den Boden reichenden Dach, typisch für das nördliche Laos.

Da die Sonne inzwischen bereits tief am Himmel stand, wollten wir den Sonnenuntergang von östlich der Stadt aus betrachten. Dazu mussten wir aber zuerst über den Nam Khan, einem Nebenfluss der dort in den Mekong mündet. Kurz vor der Flussmündung gibt es eine Bambusbrücke, welche jedes Jahr nach der Regenzeit wieder neu erstellt wird und gegen ein geringes Entgelt benutzt werden kann. Als wir das steile Bachbett hinunter gekraxelt waren und uns langsam der Brücke, oder eher dem Steg, näherten, sahen wir, dass diese in der Mitte etwas lädiert war. Es fehlte über mehrere Meter der Bambus-Belag (dünne, zusammengeflochtene Halme) und auch das Tragwerk in der Form von dicken Bambusrohren war nicht mehr ganz in seiner ursprünglichen Form. Ein paar Touristen aus den unterschiedlichsten Ländern standen ratlos um die Brücke herum, probierten teilweise diese zu überqueren, taxierten diese jedoch alle als nicht passierbar und kehrten wieder um. Meine Lagebeurteilung sage etwas Anderes. So überquerten wir beide trockenen Fusses und mit guter Laune vorsichtig und erfolgreich den Steg. Unser Beispiel machte natürlich Schule, und so waren wir nicht ganz die Einzigen beim Sunset Viewpoint. Leider waren wir eh etwas spät dran und da der Himmel im Bereich des Horizontes etwas mit Wolken verhangen war, wurde nichts aus dem romantischen Sonnenuntergang aus dem Bilderbuch. Nichts desto trotz war dies ein schöner Platz, um das Treiben auf dem Mekong bei Anbruch der Nacht zu beobachten.

Auch der Rückweg über die Bambusbrücke verlief ohne Zwischenfälle, und so schlenderten wir bald darauf wieder durch die Stadt in Richtung Nachtmarkt. Für eben diesen Markt wird in Luang Prabang allabendlich die Hauptstrasse vor dem Königspalast gesperrt, wo anschliessend von Hand gefertigte Textilien, Souvenirs und Lebensmittel angeboten werden. Wie bereits am Vortag, wollten wir uns dort verpflegen. Heute entschieden wir uns für einen gegrillten, grossen Mekong-Fisch. Es ist also noch speziell diesen nur mit Stäbchen zu Essen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert