Am 11 Dezember war es für uns Zeit Laos zu verlassen und ins nächste Land weiterzuziehen. Wir waren ziemlich gespannt, was uns an der Grenze alles erwarten würde, schliesslich hört man so einiges.
Zuerst mussten wir aber erst einmal in Richtung Grenze kommen. Die Fahrt bis Siem Reap hatten wir in unserem Guesthouse gebucht, so war auch der Boots-Transfer von Don Khon nach Nakasang dabei. Der unfreundliche, griesgrämige Hotelbesitzer (oder der Sohn der Besitzerin) war auch pünktlich mit seinem kleinen Schiff bereit. Leider reichte es nicht mehr, bei der herzlichen Frau von unserem Lieblings-Streetfood einen Shake zu holen, da sie gerade kein Eis mehr hatte. In Nakasang angekommen, verliessen wir das kleine Schiff und machten uns, nach ein paar Fotos vom fangfrischem Fisch, auf Richtung Busstation. Der Hotelbesitzer lief auch in die gleiche Richtung, spazierte dann zur Tankstelle, kam wieder in unsere Richtung und deute anschliessend auf ein Reiseunternehmen. Also folgten wir ihm. Schlussendlich war es so, dass wir mit unserem Billett wiedermal nirgends hingekommen wären. Das Ticket mussten wir dort gegen ein neues umtauschen, welches der Hotelbesitzer erst hier bezahlte. Natürlich war wieder einmal warten angesagt. Kyra freundete sich natürlich wieder mit einem Tier an. Dieses Mal war es ein herziger Strassenhund, welcher wohl Flöhe hatte – es hat in auf jeden Fall ständig gebissen.
Ein Typ reichte uns die Formulare, welche für das Visum für Kambodscha nötig waren. Nach einer Weile hiess es dann, wir sollten uns nun doch zum Busbahnhof aufmachen und folgten dem Typ. Dort wartete ein bereits übervoller Bus für die Fahrt an die Grenze. Wir fanden noch zwei Plätze, und das ganze Gepäck im Fahrgastraum ist ja auch nicht zwingend ein Nachteil. Nach kurzer Fahrt erreichten wir auch schon die Grenze. Natürlich versuchte uns der Busfahrer bis dorthin von seinem Angebot zu überzeugen, dass er für uns für $40 das Visum organisieren werde, dass das viel schneller wäre, das wir weit laufen müssen und natürlich folgte auch noch die übliche Einschüchterung, als die meisten Reisenden nicht auf das Angebot einsteigen wollten: Er warte dann nicht, wir hätten eine Stunde Zeit. Aber die Pässe aus der Hand zu geben, ist schliesslich keine gute Vorstellung. So machten wir uns auf in Richtung Ausreise. Die Korruption fängt hier schon an. Pro Person werden $2 Stempelgebühr verlangt. Da kann man machen was man will, um die kommt man nicht herum. So hatten wir also unseren Stempel im Pass und machten uns als Erste auf in Richtung Niemandsland. Auf Kambodschaseite ging es nun darum heraus zu finden, wo man das Visa on Arrival bekommt. Wir steuerten auf das einzige etwas grössere Gebäude zu und wurden auch von einer freundlichen Dame begrüsst – und ja wir wären hier richtig. Wir müssen aber hier zuerst das neue Visa-Formular ausfüllen. Irgendwie war das etwas komisch, aber als wir das bemerkt hatten, war es auch schon zu spät. Es handelte sich um den mysteriösen Gesundheitscheck, welcher allen Reisenden für $1 verkauft wird. Es gibt dort einen gelben Zettel in den Pass, welcher aber niemanden interessiert – Mist! Drinnen am Visa-Schalter lief alles ohne Probleme. Das Visum dort kostet aus unerklärlichen Gründen einfach immer $35, die $5 welche mehr verlangt werden als gemäss offiziellen Angaben, landen wohl in den Taschen der Beamten. Aber auch hier lässt sich nichts machen. Ein paar Schalter und Stempel später waren wir also offiziell in Kambodscha eingereist. Ein paar Meter weiter wartete bei einem Imbissstand auch schon der Bus. Selbstsprechend ging es natürlich nach einer Stunde nicht weiter… Als dann alle ihre Einreiseformalitäten erledigt hatten, ging es noch zirka eine Stunde weiter mit diesem Bus bis nach Stung Treng. Dort wurden wir in einem Hinterhof abgeladen; für die Reisenden nach Siem Reap ginge es etwa in 20 Minuten weiter. Wir nutzen die Gelegenheit, beim sich zufällig hier befindenden Restaurant etwas zu essen. Es war etwas überteuert und dazu sein Geld nicht wert. Völlig überfettet und lieblos. Zum Glück teilten wir uns eine Portion.
Nach etwas mehr als einer Stunde fuhr dann plötzlich ein Minibus vor. Wir hatten eine strategisch gute Warteposition eingenommen und konnten den ankommenden Fahrer gleich fragen, ob das der Bus nach Siem Reap sei. Dies verschaffte uns die Möglichkeit, als erste einzusteigen und die besten Plätze zu reservieren, was ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein kann auf längeren Fahrten in bis auf den letzten Platz vorgeladenen Minibussen. Bei unserem Gefährt handelte es sich aussen angeschrieben um Mercedes, innen irgendetwas auf jeden Fall mit über 1 Mio Kilometer. Nachdem 14 Passagiere mit Gepäck verladen wurden, war es wirklich eng. Der Ersatzfahrer auf dem Beifahrersitz hatte irgendwie noch 2 Rucksäcke um sich, und schalten konnte der Fahrer auch nur mit einer Verrenkung um einen Rucksack rum. Unsere Platzwahl in der 1. Reihe, stellte sich als ideal heraus: Wir konnten sogar noch unsere Beine strecken. So ging die Fahrt dann los. Während fünf Stunden führen wir, mit einem Boxenstopp, quer durch das halbe Land.
In Siem Reap kamen wir bei irgendeinem Busbahnhof etwas vor der Stadt an. Offenbar betreibt jedes Reiseunternehmen seinen eigenen, wohl abgesprochen mit den TukTuk Unternehmen. Nicht, dass ein Transfer von einem Hotel klappen könnte. Es blieb uns also nichts Anderes übrig, als in ein TukTuk zu steigen und je $3 zu bezahlen für den 15-minütigen Weg ins Hotel. Dies scheint eine bekannte Masche zu sein, Diana, welche bereits einen Tag früher reiste als wir, erging es genau gleich. $6 sind im Verhältnis viel zu viel, wenn man bedenkt, dass man für $15 ein TukTuk für einen ganzen Tag mieten kann.
Im Hotel angekommen bezogen wir rasch unser Zimmer und machten uns dann mit Diana auf, etwas Essbares zu suchen. Sie hatte das Hotel, in welchem wir nun alle zu Gast waren auf booking.com gefunden. In den Strassen von Siem Reap fanden wir schnell ein Strassenrestaurant, welches uns zusagte. Es gab gebratene Nudeln und ein Kambodschanisches Curry namens Amok. Es schmecke ausgezeichnet. Nach einem anschliessenden Fruchtshake gingen wir zurück in Richtung Hotel, schliesslich waren wir etwas geschafft von der langen Reise und wollten morgen fit sein für Angkor.
