Velos auf der Insel

Unsere Unterkunft erster Wahl war leider ausgebucht, aber wir fanden direkt daneben eine weitere einfache Unterkunft mit Bungalows direkt über dem Wasser. Die Zimmer waren sehr einfach, hatten aber alles was man brauchte. Wieder einmal begegneten wir hier zwei Schweizern aus der Region Biel. Nach einem kurzen Smalltalk in Berndeutsch machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Diana, welche in einer Unterkunft direkt neben uns war, gesellte sich zu uns. Sie ist ursprünglich Schwedin, lebt aber in Australien, in Melbourne. Wir assen ein verspätetes Mittagessen bei einer jungen Laotin, welche auf einem freien Stück Land zwischen den Bungalows drei Tische und einen Wagen, wo sie kochen kann aufgestellt hat. Die Preise sind sehr tief und sie ist sehr freundlich und lacht viel. Als wir kamen, hatte sie gerade ihr Bad im Mekong beendet und zog sich um. Sie winkte uns zu und deutete uns, dass wir uns setzen sollen. Das Essen war super und wir erhielten eine grosse Portion. Auf der Karte standen viele Gerichte, aber heute bestellbar waren nicht alle, da die Zutaten fehlten. Das war nicht so schlimm, so wussten wir wenigstens, dass das was sie hatte frisch war. Dazu konnten wir bei ihr auch feine Fruitshakes trinken.

Gemeinsam mit Diana machten wir am Nachmittag eine gemütliche Velotour über Don Khon. Zuerst fuhren wir Richtung Westen. Unser Ziel dort war ein Aussichtpunkt. Dort befinden sich auch die grossen Wasserfälle der Insel. Da wir aber einen hohen Tageseintrittspreis (in ca. 2,5 Stunden würde die Sonne untergehen) hätten bezahlen müssen, entschieden wir uns weiter zu fahren und einen anderen Ort zu suchen. Unsere Fahrt führte uns Richtung Südwesten. Der holprige, steinige und sandige Naturweg führte uns durch den Wald bis ans untere Ende der Insel, wo der Mekong sehr breit wird. Von dort aus kann man nach Kambodscha sehen. In diesem Gebiet sind auch die Mekong Flussdelfine (Irawadidelfin) zuhause. Wir genossen die faszinierende Aussicht und schlugen den Weg zu einem etwas höher gelegenen Aussichtpunkt ein. Der Weg und auch die Plattform waren aber überwuchert und Bäume versperrten die Sicht über den Mekong. Also drehten wir um. Natürlich wurde uns dort eine Bootsfahrt zu den Delfinen angeboten, aber da es bald dunkel werden würde und wir kein Licht dabei hatten machten wir uns auf den Rückweg.

Unsere Velos hatten alle nicht sehr viel Luft in den Reifen. Meines hatte schon auf dem Hinweg plötzlich einen platten Hinterreifen. Im Wald fanden wir ein paar Hütten nebeneinander, wo Menschen lebten. In der einen war sehr laute Musik. Bei diesen Hütten fanden wir hilfsbereite Einheimische. Zuerst wurden wir zu den nächsten Einheimischen geschickt und dann mit Handzeichen aufgefordert ihnen zu Folgen. Schlussendlich kam dann ein Mädchen mit einer Pumpe und der ältere Mann löste unser Problem. Bereits beim Losfahren auf dem Rückweg war der Reifen aber wieder platt. Wir wurden von Einheimischen in eine Werkstatt in der Nähe geschickt. Dort wollten sie uns einen neuen, etwas gar teuren Schlauch verkaufen. Wir liessen es dann nur Pumpen. André fuhr nun mit dem Velo da die Luftfüllung nicht lange hinhielt und ich bekam seines. Bei diesem Velo viel ab und zu die Kette raus, wenn es zu stark holperte oder man falsch in die Pedale trat. Das Velo von Diana ratterte „nur“ – sie hatte ihren Platten erst am nächsten Morgen.

Für die Rückfahrt entschieden wir uns den kürzeren Weg zu nehmen. Dieser führte über einen teilweise stark bewachsenen steinigen Dschungel-Singletrail. Auch alte kaputte Brücken mussten wir überqueren. Die Brücken hatten teilweise fehlende Bretter. Langsam dämmerte es und es regnete ganz fein. Es war wirklich ein lustiges Abenteuer. Wir rauschten über den Weg, hatten teilweise Äste im Gesicht und mussten dann wieder vorsichtig über die Brücken laufen. André musste wegen dem platten Reifen schwerer in die Pedale treten. Während dem Eindunkeln erreichten wir unsere Unterkünfte. Etwas geschafft tat die Dusche nun richtig gut.

Im Restaurant von Dianas Unterkunft genossen wir einen feinen Fruitshake und eine frische Kokosnuss, assen Sticky Rice mit Mango zum Abendessen, unterhielten uns noch ein bisschen und liessen den Tag gemeinsam gemütlich zu Ende gehen. Wir waren alle geschafft und freuten und aufs Bett.

Am nächsten Morgen (8.12.), nach einer langen erholsamen Nacht, begann unser Tag mit einem leisen seltsamen Geräusch im Zimmer. Auf der Suche nach der Ursache, fanden wir am Boden ein kleines abgestütztes Gecko. Nach einer kurzen Jagd brachten wir den kleinen Kerl nach draussen in die Freiheit und tröpfelten etwas Wasser neben ihn. Gemütlich genossen wir das Frühstück im Restaurant, das zum Guesthouse gehörte. Wir tranken frischen Ingwer- und Lemongrastee, was super war. Ich fühlte mich heute wieder etwas besser.

Nach dem Frühstück, machten wir uns auf dem Weg die Inseln etwas zu erkunden. Da mein Velo gar keine Luft mehr hatte, entschieden wir uns im Dorf eine Reparaturwerkstatt zu suchen. Ein junger Laote nahm sich meinem Velo an. Ich durfte in der Zwischenzeit im TukTuk, dass daneben stand, Platz nehmen und zuschauen. Er untersuchte den Schlauch des Pneus mithilfe von Wasser auf Löcher und flickte dies anschliessend. Dazu nahm er etwas Gummi, stellte dies unter eine Schale, drückte diese mit einer Art Schraubstock an und lies dazu in der Schale Benzin verbrennen, um das Ganze zu erhitzen und zusammen zu schmelzen. Dazu summte er ab und zu Lieder. Das ganze kostete uns am Schluss etwas mehr als einen Franken. Mit einem kleinen Trinkgeld dankten wir ihm. Er freute sich sehr darüber. Nun war mein Velo wieder ganz und ich musste es nicht wechseln.

Gemütlich radelten wir durch die Landschaft nach Don Det. Ab und zu hatte es ein paar Kühe auf oder neben der Strasse. Natürlich musste ich jeweils anhalten und sie fotografieren. Unterwegs begegnete uns Diana. Sie war ihr Velo tauschen gegangen und nun auf dem Rückweg. Sie fühlte sich noch immer nicht so fit. Im Dörfchen Don Det assen wir in einem Restaurant etwas zu Mittag bevor unsere Fahrt auf einer anderen Route, entlang des Wassers zurück auf unsere Insel führte. Es war ein sehr ruhiger, schöner, sandiger Weg, entlang laotischer Häuser, zwischen Bäumen hindurch, über Felder, über kleine Brücken und über Steine und Bodenwellen. Die Inseln waren wirklich sehr schön. Leider wurde auch hier das Bild der wunderschönen Natur ab und zu durch Müll im Wasser oder an Land etwas getrübt.

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