Überall in Vang Vieng gibt es Stände, die Burger, Pancakes und Fruit Shakes anbieten. In der Nähe unseres Hotels hatten wir ein sympathisches Verkäuferpaar gefunden, die auch Sitzplätze haben. Zum Frühstück gab es für uns dort ein Pancake.
Für heute, den 2.12. wollten wir eine weitere Entdeckungsreise mit einem Roller unternehmen. In unserem Lonely Planet ist eine Motorrad Exkursion beschrieben, mit schönen Zielen in der Nähe von Vang Vieng. Unser heutiger Roller hatte ein halb automatisches Getriebe. Ohne zu kuppeln musste man die Gänge schalten. Am Anfang gab es vor allem beim herunter schalten einen grossen Ruck, doch mit der Zeit hatte André das Ding im Griff und schaltete ganz fein. Ich versuchte es auch mal, aber als Sozius war es mir angenehmer.
Unser erstes Ziel war die Höhle Tham Pha Daeng (Tham = Höhle), eine Höhle in der es Scharen von Fledermäusen geben soll, die man vor allem abends, wenn sie aus der Höhle fliegen, gut beobachten kann. Dazu mussten wir aber zuerst aus Vang Vieng raus und über den Fluss. In der Trockenzeit gibt es dazu eine Mautbrücke, die wohl jedes Jahr wieder weggespült wird. Gemäss der Wegbeschreibung mussten wir bei Strommast 16 (die Strommasten sind stadtauswärts mit roter Farbe nummeriert) abbiegen. Wir landeten auf einer Weide mitten bei den Hühnern. Zuerst waren wir uns nicht sicher, ob wir die Wegbeschreibung richtig gelesen hatten, aber nachdem wir uns etwas umgeschaut hatten, entdeckten wir einen Weg. Dieser führte mitten durchs Grün und den Wald in Richtung des Berges. Nach einem Fussmarsch über kleine versteckte Wege durch die Natur, fanden wir dann auch die Höhle. Wir sahen sie von weitem, etwa 50m über dem Boden. Eine Leiterkonstruktion aus Bambus führte dort hin. Noch stand ein grosses Dickicht zwischen uns und dem Beginn der Leiter. Da uns das aber sowieso nicht Geheuer war, ungesichert eine solche Leiter hochzuklettern, drehten wir um. Zurück beim Roller angekommen, hatten wir die Hosen bis zu den Knien voller Klebesamen. Es dauerte fast eine halbe Stunde bis wir die alle wieder entfernt hatten.
Also machten wir uns auf den Weg zum nächsten Ziel: Eine lange, recht klaustrophobisch, anmutende Höhle namens Tham Khan. Abbiegen mussten wir bei Strommast Nr. 24. Zu der Höhle führte ein Weg über Stock und Stein. Also eigentlich durch ein ausgetrocknetes Flussbett. Beim Eingang zum Gelände hätte man eigentlich Eintritt bezahlen müssen, aber es war keine Menschenseele zu sehen. Also fuhren wir weiter. Nach etwas 100m ist dann doch noch ein Mann aus dem Wald gesprungen gekommen und wollte den Eintritt von uns. Nach ca. 1,5km erreichten wir den Höheneingang. Kurz nach uns traf ein laotischer Mann ein und deutete uns ihm zu folgen. Er gab uns Stirnlampen und führte uns durch die Höhle. Ausser uns war niemand dort. Natürlich hatte es kurz nach dem Eingang einen Buddha-Schrein und weiter drinnen in der Höhle sass ein Mini-Buddha auf einem Felsvorsprung. Den Buddhisten ist es glaub ich wichtig, überall, aber wirklich überall, eine Buddha Statue aufzustellen. Unser Führer klopfte ab und zu auf die verschiedenen Gesteine und erzeugte so verschiedenen Töne. Wir sahen auch kleine und grössere Spinnen, so etwas wie Grillen und Tausendfüssler. Teilweise musste wir uns recht durch enge Durchgänge quetschen und einmal durch einen kleinen Eingang robben. Dort wo man dann eine längere Strecke nur robbend vorwärts gekommen wäre, drehten wir dann auf unseren Wunsch um. Wir waren nicht so höhlentauglich ausgerüstet und angezogen. Zurück beim Eingang mussten wir dann natürlich die Führung bezahlen. Aber es hatte sich gelohnt.
Nun hatten wir langsam Hunger. In den Dörfern, wo wir vorbeikamen, gab es nur kleine Einkaufslädeli. Vis à vis von unserem nächsten Ziel hielten wir bei einem solchen Lädeli. Wir kauften uns Chips und Crevetten-Stäbchen. Diese waren sehr fettig und etwas zäh. Man konnte sie Essen, aber es war nicht unsere beste Wahl. Und wahrscheinlich wurden uns von den zwei Verkäufern wieder einmal zu viele verlangt. Während wir am Essen und Trinken waren, lagen sie auf ihren Liegestühlen und beschäftigten sich mit ihren Handys. Der direkt neben uns hört so laut Musikvideos auf seinem alten Gerät, dass der Ton sich beinahe überschlug.
Nach dem Essen bogen wir von Strommast 42 auf einen Weg zu einem etwa 220m hohen Berg namens Pha Ngeun ab. Nach dem bezahlen einer Eintrittsgebühr nahmen die ca. 45min Wanderung Richtung Gipfel unter die Füsse. Der Weg war sehr steil, aber die Dorfbewohner hatten ihn ein wenig präpariert und teilweise mit Geländern gesichert. Dies erleichterte einem den beschwerlichen Aufstieg doch ziemlich. Ich musste trotzdem immer wieder Pausen einlegen, da mir sonst der Atem wegblieb. Es war wirklich anstrengend dort hoch zu klettern. Auf den Felsen, oben auf dem Gipfel, war eine kleine Aussichtsplattform errichtet worden. Von dort sieht man wunderschön über das ganze Gebiet rund um den Berg. Als wir oben ankamen, war leider eine grosse Gruppe nerviger, junger Asiaten (wahrscheinlich Koreaner oder Chinesen) ebenfalls auf dem Gipfel. Mit ihren Vollpfostenantennen (Selfie-Sticks) machten sie Fotos, stiegen über die Absperrungen an die Kanten der Felsen und benutzten ihre Handys als Ghettoblaster. Wir setzen uns trotzdem gemütliche auf die Plattform und genossen die Aussicht, bevor wir uns wieder auf den Weg nach unten machten. Unten angekommen merkte ich, wie müde meine Beine waren. Morgen würde ich wohl Muskelkater haben.
Nach der Anstrengung, war unser nächstes Ziel ein Ort namens Tham Phou Kham oder Blue Lagoon. Dort nahmen wir zuerst noch ein verspätetes kleines Mittagessen ein. Unter den Laoten gilt die riesige Höhle Tham Phou Kham als heilig. Sie ist wegen der bei der Höhle gelegenen Lagune sehr populär. Das schöne grünblaue Wasser des natürlichen Sees lädt zum Schwimmen ein. Deshalb kühlten wir uns zuerst dort ab. Rund um den kleinen See war sehr viel los und auch im Wasser waren viele Leute. Wir beobachteten eine Weile die Leute die von einem Baum ins Wasser sprangen. Diejenigen die den Mut nicht richtig hatte wurden von den Leuten rundherum angefeuert bis sie sprangen. Viele Asiaten trugen sogar dazu Schwimmwesten.
Danach machten wir uns noch auf, den ca. 200m langen Aufstieg zur Höhle zu bezwingen. Die erste Hauptkammer der Halle, gerade nach dem Eingang, war riesig. Durch einen weiteren Eingang schien die Sonne in die wunderschöne Höhle und einige Steine waren grün bewachsen. In der Hauptkammer, war natürlich eine Buddha-Statue zu sehen. Ein liegender Buddha aus Bronze. Von dort aus führen tiefere Gänge in die Höhle. Dazu hätte man aber einen Guide, oder zumindest eine anständige Ausrüstung, benötigt. Da wir aber schon etwas müde waren, beschränkten wir uns darauf etwas die Hauptkammer zu erkunden. Teilweise gab es riese Spalten die sehr tief hinunter führten. Mir war es mit der Zeit etwas mulmig zumute in der Nähe von solchen Abgründen herum zu klettern. Mit Andrés mentaler Unterstützung gelangten wir aber ohne Probleme wieder zurück zum Eingang.
Nach diesem Tag waren wir nun etwas geschafft und machten uns auf den Rückweg. Immer wieder begegneten wir Kühen und anderen Tieren auf der Fahrbahn.
Mit Tiffany und David hatten wir uns noch zum Apéro am Fluss, in der Smiley-Beachbar, verabredete. Mit einem feinen Drink, der Musik der Bar und speziellen Chips (salziges Pommes Chips mit Seetang) liessen wir den erlebnisreichen Tag ausklingen. Zu viert suchten wir uns danach ein gemütliches Restaurant wo wir ein feines laotisches Essen genossen. André und ich entschieden uns für eine typische laotische Speise namens Larp chicken, einem gut gewürzten, scharfen Poulet Salat (das Poulet ist fein gehackt) mit frischer Minze.
Ach ja: Im Hotel konnten wir unsere Wertsachen zur sicheren Aufbewahrung in einen Safe geben. Als wir diese am Abend wieder abholten, war der eine der beiden Laoten, welche zur Rezeption und zum Hotel schauten, ziemlich angetrunken. Er war sehr gut gelaunt. Da er den Tresor selber nicht mehr aufbrachte, musste er seinen Kollegen, der ebenfalls betrunken war, holen. Kein Wunder, denn der 2. Dezember ist der Nationalfeiertag der Laoten. Sonst haben wir von diesem Feiertag aber nichts mitbekommen.
