Da die TukTuks nach 20 Uhr angeblich nicht mehr fahren, wurden wir mehr als 2 Stunden vor der Ankunft unseres Nachtbusses an der Bus Station etwas ausserhalb des Stadtzentrums abgesetzt. Mit uns waren noch drei weitere Reisende an die Bus Station gebracht worden, zwei Deutsche und ein Franzose. Um uns die Zeit zu vertreiben unterhielten wir uns und spielten Kniffel (die vereinfachte deutsche Ausgabe von Yazzy). Einmal kamen drei Polizisten in sehr körperbetonten, auf hochglanzpoliert Uniformen vorbei. In wichtigen Schritt stolzierten sie beim Busbahnhof umher, als suchten sie etwas, und gingen dann wieder.
Gegen 23:00 Uhr kam dann, nach 20-minütiger Verspätung, endlich unser Bus. Trotz Diskussionen, mussten wir unseren (zu grossen) Reiserucksack unten in das Gepäckfach des Cars legen. In Thailand ist es möglich, dass organisierte Gruppen während der Reise die Rucksäcke durchwühlen oder komplett ausräumen – so wurde uns zumindest gesagt. Im doppelstöckigen Bus fanden wir unseren Platz im oberen Stock. Wir reisten 1.Klasse. Der Unterschied war, dass wir beim geplanten Stopp noch etwas zu essen bekommen haben. Der Platz war sonst sehr eng, dafür konnte man die Sitzlehne etwas weiter nach unten stellen als normal. Es gab eine Decke, einen zugeschweissten Becher Wasser und ein Set mit Pulver für Kaffee, Tee und einem Frühstücksbrötchen. Bereits nach 45min hielten wir wieder. Dort waren zwei Stände mit Essen. Ein junger Thailänder erklärte uns, wie das Ganze funktioniert, da alles nur auf thailändisch angeschrieben ist. Wir bekamen ein Essen mit wenigen Stückchen Fleisch, etwas wie saures Gemüse, frittierte Zwiebeln und einer Schale Reis in Wasser ohne Geschmack… Wir haben also schon besser gegessen. Die Thais schienen das aber zu mögen. In der Zwischenzeit war unser Car davon gefahren. Dies beunruhigte uns etwas. Kurz vor dem Ende des 20minütigen Rast tauchte er aber wieder auf, es konnte also weitergehen. Wir taten so als bräuchten wir etwas aus unseren Trampern und waren beruhigt zu sehen, dass noch alles da war.
Unsere Reise sollte gesamthaft neun Stunden dauern. Wir fuhren über Schnellstrassen und ab und zu wieder durch Dörfer und holprigen Strassen. Ab und zu standen wir kurz wieder an Ampeln oder Kreuzungen. Mit der Zeit hatten wir uns so eingerichtet und zugedeckt, dass wir mit Unterbrüchen etwas schlafen konnten. Man kann sich das so vorstellen wie im Flugzeug, einfach unbequemer und ohne Unterhaltung. Natürlich war der Bus auch klimatisiert, sodass ein Halstuch sicherlich nicht fehl am Platz war. Um 7 Uhr morgens wurden wir dann von der Stewardess geweckt, wir fuhren gerade durch kleine Dörfer, die sich in einer grünen Landschaft befanden. Wir assen unser gar nicht so schlechtes, weiches, aber trotzdem komisches Frühstücksbrötchen – mit irgendeiner grünen Füllung – und erwarteten gespannt die Ankunft. Am 22.11. um 8 Uhr erreichten wir die Bus Station etwas ausserhalb von Chiang Mai. Zusammen mit Tony, einem der Deutschen, der ebenfalls nach Chiang Mai gefahren war, nahmen wir ein rot daang („roter Lastwagen“, auch sorng taaou genannt oder einfach ein grosses rotes TukTuk) ins Stadtzentrum. Wir verabschiedeten uns von Tony und gingen zu unserer ausgewählten Pension, dem Boonthavon.
