Nach einer kurzen Nacht, sind wir am Morgen des 27.11. schon früh aufgestanden. Um 6 Uhr wurden wir bereits abgeholt. Heute würden wir Thailand verlassen und uns auf den Weg nach Luang Prabang machen. Mit einem Slow Boat werden wir zwei Tage auf dem Mekong unterwegs sein.
Wir warteten auf unseren Transport im dunklen Garten. In der Beleuchtung des Hauses versuchte ein grosser Gecko einen grossen Falter zu erwischen. Der Falter war so doof, dass er sich jeweils in die Nähe des Geckos setzte, aber das Gecko war noch doofer, es erwischte ihn trotzdem nicht.
Mit einem randvollen Minivan – das ganze Gepäck aller Gäste auf das Dach geladen – ging die ca. zweistündige Reise in Richtung der Grenze los. Die holprige Fahrt führte uns nochmals durch kleine Dörfer in Thailand. Unser Fahrer hielt einmal am Strassenrand und wusch sich das Gesicht mit kaltem Wasser. Er war wohl auch für ihn noch etwas früh, wir sind aber heil angekommen. Nachdem wir ohne Probleme Thailand verlassen hatten erhielten wir einen neuen Reiseleiter aus Laos. Im Niemandsland ging es wieder eine kurze Strecke mit dem Bus weiter zur Grenze von Laos. Nun stand warten auf dem Programm. Wir als Schweizer hatten es leicht einzureisen, da wir für einen Aufenthalt bis zu 14 Tagen kein Visum brauchen. Da aber die meisten Mitreisenden aus anderen Ländern kamen, dauerte es eine Weile. In der Zwischenzeit wechselten wir Geld. In Laos braucht man Kib. Und das Geld hier hat noch weniger wert. 1 CHF hat den Wert von ca. 8000 Kib. Nun hatten wir also 100 000er Noten. Sehr speziell.
Dann ging es endlich weiter. Mit alten, TukTuk ähnlichen, Fahrzeugen ging die Reise weiter zu einem Laden, Reiseunternehmen oder irgendetwas Ähnlichem. Dort erhielten wir weitere Informationen zu Laos und der weiteren Organisation. Im kleinen eigenen Laden, konnten wir Knabbereien und Getränke kaufen. Frische Sandwich wurden direkt nach Wunsch zubereitet. Auf dem Schiff würde es nicht viel geben, deshalb deckten wir uns hier mit Verpflegung ein. Und auch Hotels in Pak Beng konnte man buchen.
Nach einer weiteren kurzen Fahrt erreichten wir endlich den Anlegeplatz der Slow Boats in Houay Xay (Hoksay). Auf dem Schiff waren schon sehr viele Leute. Wir fanden trotzdem noch einen guten Platz. Halt etwas weiter hinten in der Nähe des Schiffmotors, aber der Lärm war gut auszuhalten. Dann begann die gemütliche Fahrt den Mekong hinab.
Wir durften eine wunderschöne Naturkulisse geniessen. Am Ufer gab es viele schöne Sandstrände, Felsgebilde oder Wald. Die Berge und alles rund herum sind bewaldet. Ab und zu kamen wieder kleinere Dörfer zum Vorschein. Die Häuser sind oft auf Stelzten in den Hang gebaut. Die Menschen waren oft beim Fischen anzutreffen und die Kinder beim Baden. Sie hatten lange Boote, die nur wenig aus dem Wasser ragten und mit denen waren sie meist zu zweit oder dritt unterwegs. Ab und zu gab es kleine Buchten oder kleine Inseln aus Felsen mitten auf dem Fluss. Am Ufer konnten wir immer mal wieder Herden von Ziegen, Kühen und Wasserbüffeln, welche sich es zum Teil im Wasser gemütlich gemacht haben, beobachten. Ab und zu legten wir wieder bei einem kleinen Dorf an, um Einheimische auf- oder abzuladen. Offiziell hält ja das Boot nicht.
Nach 6 Stunden Bootsfahrt erreichten wir das kleine Dorf Pak Beng, wo wir die Nacht verbrachten. Am anderen Ufer sahen wir zwei Elefanten, des örtlichen Elefanten-Camps beim Baden. Pak Beng, mit seinen paar wenigen Häuser (vor allem Guest Houses), ist eine Provinzhauptstadt. Wir übernachteten in Guesthouse Bounmee. Von der Terrasse des Restaurants das dazu gehörte, hatten wir einen wunderschönen Ausblick über den Mekong. Unser Zimmer war sehr schön eingerichtet, sogar mit Mückennetz, aber die Wände waren so dünn, dass man alles von der Strasse und den Nachbarn hörte. A ja und auch das Badezimmer war ein Erlebnis. Der Wasserschlauch neben dem WC war undicht und spritze alles nass. Also wickelten wir einen Plastiksack darum. Das WC konnte man nur ca. alle 2-3h spülen. Auch da mussten wir dann ab und zu etwas improvisieren.
Ein Junge, etwa im Alter zwischen 12-15 Jahren, bettelte bei einem anderen Gast für Nüsse, die er ass. Er versuchte immer wieder sie zu erreichen. Der Junge war schmutzig und trug nur ein T-Shirt und Unterhosen. Er wirkte als hätte er eine geistige Behinderung und sprechen konnte er glaub ich nicht. Die anderen Jungen, die Kinder des Besitzers, versuchten immer wieder den Jungen zu vertreiben, meistens schlugen sie ihn mit einem Stock. Der Vater unterstütze dieses Vorgehen. Immer wieder näherte er sich dem Grundstück, schaute in die leeren Töpfe der Hunde, ob noch etwas zu Essen darin war oder spähte beim Restaurant durch die Spalten der Holzwand. Der Junge schien ausgestossen zu sein und alleine. Am nächsten Tag sah ich ihn nochmals auf der anderen Strassenseite in einem alten, verlotterten Gebäude. Er hatte wohl dort geschlafen oder wohnte sogar dort.
Mitten in der Nacht erwachte ich, weil die Party-Weiber, im Zimmer neben uns, nachhause gekommen sind und sich lange Zeit laut unterhielten (eine litt wohl unter Logorrhoe). Es war als ständen sie in unserem Zimmer. Nach einiger Zeit und nachdem ich sie gebeten hatte etwas leiser zu sein, ging ich etwas genervt an ihre Zimmertüre klopfen. Die anderen entschuldigten sich, doch die dumme mit Logorrhoe fühlte sich wohl angestachelt und nahm überhaupt keine Rücksicht. Sie verhielt sich wie ein kleines Kind. Nach einer Nacht in der ich nicht viel geschlafen hatte und einem kurzen Frühstück ging die Reise auf dem Mekong weiter.
Wir gingen extra früh zu den Booten in der Hoffnung einen guten Platz zu haben, aber diese Idee hatten wohl noch andere. Trotzdem fanden wir ein Plätzchen. Gemütlich ging unsere Fahrt weiter. Wir genossen die Aussicht, machten Fotos, hatten gelesen, assen oder schliefen eine Runde. Im Hotel hatten wir Sandwich für auf dem Boot bestellt, welche sehr fein waren.
Ca. um 16:30 Uhr, nach etwa 7 Stunden Schiffsfahrt, erreichten wir unseren Zielhafen etwas ausserhalb von Luang Prabang. Von dort aus ging es mit dem TukTuk in Richtung Stadt und zu unserer Unterkunft.
Am Abend besuchten wir den lokalen Nachtmarkt um dort zu Essen. Wir fanden eine enge, sehr belebte „Essstrasse“ wo man viele feine Sachen Essen konnte. Es gab Buffets, mit verschiedenen frei wählbaren Speisen, Spiesse, Fruchtsäfte und viele Köstlichkeiten mehr. Typisch für Laos sind verschiedene Spiesse zum Beispiel mit Poulet Brust, Poulet Flügel, halbe Poulets, Speck, ganze Fische, Froschschenkel oder Kröten. Ausserdem gab es ein Sandwich-, Crépès-, Fruchtsäfte-Strasse, war ebenfalls typisch für Laos ist. Zum Essen tranken wir ein feines „Lao Beer“, was so etwas wie das Nationalgetränk ist.
Wir lernten auch das wichtigste Wort in Laos: Sabai-dee. Es heisst sowohl „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“, aber auch „wie geht’s?“ (dann Sabai-dee bor) und „es geht gut“.
