Am frühen Morgen des 24.11. wurden wir bereits um 7:15 Uhr bei unserem Hotel angeholt. Heute würden wir einen halben Tag bei den Elefanten verbringen. 🙂 Unser Führer für den heutigen Morgen, Adam, begrüsste uns herzlich und überreichte uns ein kleines Willkommensgeschenk. Nachdem die ganze Gruppe (2 Chinesen mit einem Kind, 2 Engländer, 2 Amerikaner und wir) komplett war, ging die Fahrt zu den Elefanten los. Wir mussten ca. eine Stunde fahren, denn das Camp von Ran Tong, Save and Rescue Elefants, lag ausserhalb der Stadt in den Hügeln. Unser Fahrer fuhr sehr zügig – auch in den vielen Kurven zum Camp. Das Chinesische Kind musste sich deshalb plötzlich übergeben. Die stark eingestellte Klimaanlage des Minibuses hatte für einmal auch Vorteile. Schon bevor wir das Camp erreichten, sahen wir Elefanten von anderen Besitzern entlang des Weges.
Um Chiang Mai gibt es sehr viele Elefanten Camps. Deshalb hatten wir die Möglichkeit genutzt, um einen Anbieter zu finden, welcher uns bei dem doch schwierigen Thema, ob man Elefanten reiten soll oder nicht, zugesagt hat. Es gibt Orte, wo die Elefanten nur besucht werden konnten ohne sie zu reiten, bis zu Orten, wo man noch immer ganze Touren mit ihnen auf schlechten Metallsättel, welche den Tieren schaden können, machen kann. Da ich unbedingt zu den Elefanten gehen wollte, entschieden wir uns für Ran Tong. Bei ihnen kann man die Elefanten reiten, jedoch ohne Sattel. Unser Programm sollte das Kennenlernen der Elefanten, einen Ausritt mit einem anschliessenden Bad für die Elefanten und einem Mittagessen auf dem Camp beinhalten.
Wir wurden etwas oberhalb des Camps ausgeladen. Wir stiegen die Treppen runter und hatten so einen sehr schönen Überblick über das Gelände und konnten die ersten Elefanten des Ran Tong sehen. Einige standen unter Unterständen, andere waren irgendwo im Grünen. Soweit wir das sehen konnten, waren fast alle Elefanten an einem Fuss angekettet, konnten sich aber in einem Umkreis davon bewegen. Adam beantwortete uns alle Fragen und erzählte uns über das Ran Tong. Die Touristenausflüge machten sie, damit sie Geld für die Elefanten einnehmen können. Jedoch machen sie dabei keinen Gewinn. Ein Elefant, der zwischen 1-6 Tonnen wiegen kann, frisst ca. 10% seines Körpergewichtes pro Tag. Jeder Elefant im Ran Tong hat seinen eigenen Mahout (Elefantenführer). Elefanten sind zwar sehr grosse Tiere, aber mit einem weichen und verletzlichen Herz. Sie haben ein sehr gutes Gedächtnis und erinnern sich ein Leben lang an gute und schlechte Ereignisse mit einem Menschen. Menschen merken sie sich anhand ihrer Stimme und ihrem Geruch. Im Ran Tong werden die Elefanten nur über die Stimme geführt. Schlagstöcke oder metallene Elefantenführerhacken kommen hier nicht zum Einsatz. Auch Kunststücke müssen die Elefanten, die hier leben, nicht lernen.
Wir waren die ersten Besucher an diesem Tag im Camp und hatte das grosse Glück, den 8 Monate jungen Baby-Elefanten und seine Mutter beim morgendlichen Spaziergang und Baden zu beobachten. Zuerst durften wir sie jedoch streicheln und mit Bananen füttern. Die beiden Elefanten waren richtig frech und haben versucht mit ihren Rüsseln sich die Bananen sofort von uns zu nehmen. Dem kleinen Elefanten musste man die geschälten Bananen direkt in den Mund stecken. Mama-Elefant durfte dann noch die Schale essen. Der Mahout passte auf, dass der grosse Elefant nicht plötzlich versuchte sein Junges zu beschützen. Er war jedoch sehr brav. Dann gingen die beiden Baden. Nach anfänglichen zögern, tauchten beide Elefanten dann im Wasser ab und schienen sich über das Bad zu freuen.
Vor dem Reiten der Elefanten erhielten wir Kleider vom Camp. Wir lernten die drei wichtigsten Kommandos (Laufen, Stehen und Absitzen) und wie man mit den Ohren Steuern kann. Dann durften wir unsere Elefanten kennen lernen und aufsteigen. Dafür hatte es einen praktischen Steg. Da es keinen Sattel gab sondern nur ein Seil um den Elefanten wo wir uns festhalten konnten, musste einer von uns auf den Rücken klettern und der andere auf den Nacken des Elefant. Ich durfte zuerst vorne sitzen. Unser Elefant war eine sie, hiess Aum und war 12 Jahre alt. Sie war die kleinste unsere Gruppe. Aum war ein sehr gemütlicher Elefant und laut unserem Guide dafür im Wasser die verspielteste. Der Mahout ging vorne weg und gab Aum mit lauter Sprache immer wieder Anweisungen. Wir drehten nun eine gemütliche Runde in der Nähe des Camps entlang eines Hügels. Die Elefanten mussten also teilweise recht hoch steigen. Unsere Elefanten waren unterwegs die meiste Zeit mit fressen beschäftigt. Überall konnte man noch einen Happen mit dem Rüssel sammeln und sich in den Mund stecken. Aum war sehr trittsicher. Ihr Mahout hatte teilweise etwas Mühe, dass sich unsere Dame überhaupt noch vorwärtsbewegte und auf unsere Kommandos wollte sie auch nicht so richtig hören. Bei den anderen Elefanten war es ähnlich. Es war lustig und gemütlich. Auf halbem Weg haben wir dann die Positionen getauscht, damit André sich auch einmal als Steuermann versuchen konnte. Kurz vor dem Baden erhielten wir kleine Leckereien zugeworfen. Aum holte sich diese natürlich sofort mit dem Rüssel ab. Zum Wasser wollte sie zuerst überhaupt nicht laufen. Unser Guide rief sie dann und lockte sie. Da wurde sie richtig schnell und ist fast gerannt. Langsam lief sie ins Wasser. Im Wasser stiegen wir dann ab, damit sie sich hinlegen konnte. Aum schien das sehr zu lieben und tauchte ab. Nach dem Baden, bekamen die Elefanten noch zu trinken. Aum trank direkt ab dem Schlauch. Zum Abschluss machten wir dann noch ein Gruppenfoto. Unser Elefant war dann natürlich in der Stimmung sich nun mit Sand zu bedeckten und ich wurde ebenfalls mit Sand gepudert. Dann war es auch schon Zeit uns von unseren Elefanten wieder zu verabschieden. Der Mahout von Aum zeigte uns noch, wie sie ihm seinen Hut aufsetzen kann und auf Kommando trompeten.
Nach einer kurzen Dusche erhielten wir noch ein typisches Mittagessen dieser Region: Ein Khaw Soi Curry mit Poulet. Es war super lecker. Nach diesem sehr schönen und faszinierenden Morgen wurden wir dann leider auch schon wieder zurück zum Hotel gefahren.
Übrigens: Elefanten kann man als Thailänder ab 1 Mio Baht käuflich erwerben.
