Am Samstag dem 26.11. hatten wir zur Abwechslung mal eine Tour zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten rund um Chiang Rai gebucht. Wir bekamen einen privaten Fahrer der uns mit seinem kleinen Nissan von Ort zu Ort fuhr. Teilweise lagen unsere Ziele recht weit auseinander. Unser Fahrer, ca. 40-60 Jahre alt, konnte nur wenige Worte Englisch und es war schwierig ihn zu verstehen, wenn er etwas zu erzählen versuchte. Manchmal sprach er auch in Thai (oder sehr schlechtem Englisch) oder machte einfach nur Geräusche. Irgendwie haben wir uns dann aber immer verstanden. Er lächelte jedenfalls immer wieder. 🙂 Unsere Tour startete um 8 Uhr morgens. Wir hatten vor acht verschiedene Orte zu besuchen.
Wat Rong Khun (Weisser Tempel)
Unser erstes Ziel war der weisse Tempel, mit dessen Bau erst 1997 begonnen wurde. Der Tempel sieht von weitem aus als würde er aus glitzerndem Porzellan bestehen. Bei näherem Hinsehen entdeckt man aber, dass der Effekt durch eine Kombination aus weisser Farbe und Spiegelstückchen erzielt wird. Zum Eingang führt eine Brücke in Form ausgestreckter Arme (als Sinnbild des Verlangens), die einen Teich überspannen. Im Teich Leben grosse weisse und schwarze Fische. Die Wandbemalungen im Innern des Tempels sind noch nicht ganz fertig. Es sind nicht die üblichen Szenen aus dem Leben Buddhas zu sehen, sondern Bilder aus der Gegenwart, die das samsara (den Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburten) darstellen sollen. Links und rechts neben dem Eingang wurden sehr spezielle Bilder gestaltet. Überall sind kleine Figuren aus Filmen, Szenen aus den letzten Jahren oder Stars zu erkennen. Z.B.: Michael Jackson, Elvis, Hello Kitty, Jack Sully (Avatar), ein Minion, Pikachu, Batman, Keanu Reeves als Neo (Matrix) oder wie das Flugzeug in die Twin Towers rast. Auf dem Gelände sind noch weitere Gebäude in Bau. Die Thais kauften dort „Lucky Flowers“ oder „Lucky Leaves“, die sie beschreiben konnten. Diese wurden alle aufgehängt und es entstanden ganze Bäume damit.
Am Anfang unseres Besuches regnete es noch und der Tempel wirkte gräulich. Gegen Ende schien dann aber die Sonne und es bot sich ein wunderschöner Anblick auf den weiss glitzernden Tempel.
Baan Dum (Black House)
Das Black House wurde von einem thailändischen Nationalkünstler erstellt. Das Gelände vereint mehrere, scheinbar traditionelle Gebäude, die überwiegend schwarz/braun angestrichen und mit Tierknochen und Tierpelzen ausstaffiert sind. Man fühlte sich auf der Anlage wirklich ein bisschen wie in einem Kunstmuseum: Alles künstlich, unverständlich und irgendwie komisch.
Choui Fong Tea Plantagen
An diesem Ort konnten wir etwas verweilen und eine schöne Landschaft voller Teesträucher geniessen. Im Restaurant genossen wir ein Stück Thai-Tee Kuchen und tranken ein Grünteefrapée. Natürlich konnten man im kleinen Laden die hauseigenen Produkte kaufen.
Monkey Cave
Kaum waren wir in Richtung des Eingangs zum Gelände der Monkey Cave spaziert, kam mir auch schon der erste Affe entgegen. Er war auf das Absperrgitter beim Eingang geklettert und wollte mir den leeren Becher mit dem Grünteefrapée klauen. Unser Fahrer aber war schneller und vertrieb den Affen. Wir erhielten beide einen Stock aus Bambus, mit dem wir die Affen bei Bedarf auf Abstand halten konnten. Wir sahen auch viele süsse Baby Affen. Einer der grösseren Affen hielt sich plötzlich am Stock von André fest. Nachdem wir dem Treiben der Affen einige Zeit zugeschaut hatten, machten wir uns an den steilen Aufstieg zur Höhle. Die Stufen waren teilweise recht hoch. Keuchend oben angekommen, wurden wir zuerst mit einem schönen Ausblick belohnt. Die Höhle selber war nicht sehr gross, aber natürlich war ein Buddha aufgestellt worden. An einer Stelle an der Decke sah man in die Bäume ausserhalb der Höhle. Wir gingen dann zurück, um in der restlichen Zeit noch etwas den Affen zuschauen und ein paar Fotos zu knipsen.
Grenzübergang Mae Sai
In der Zwischenzeit war es Mittag geworden und unser Fahrer führte uns in Mae Sai in ein kleines Restaurant. Er bestellte für uns das Essen. Wir erhielten ein feines gebratenes Reis-Gericht und eine Suppe. Danach waren wir vollgegessen. Es schien ihn sehr zu freuen, dass es uns geschmeckt hatte. Als nächstes lud er uns gleich vor der Brücke des Grenzübergang Thailand/Myanmar ab. Auf dem grossen Markt endeckten wir viele interessante und unbekannte Dinge. Ich wurde auch gleich Zeuge eines Schmuggels. Unter der Brücke lief ein Mann zügig, mit einem grossen Sack beladen, durch den kleinen Fluss. Auf der anderen Seite wurde die Ware sofort auf ein Roller geladen. Auf dem Markt haben wir uns dann eine Riesen-Avocado gekauft. Unser Frühstück Morgen.
Opium Hall
Die Opium Hall war eine Empfehlung unseres Fahrers. Da wir nicht genau verstanden hatten, wo er uns hingebracht hatte, waren wir zuerst etwas skeptisch. Dies legte sich jedoch schnell. Wir befanden uns in einer modernen, recht ausführlichen Ausstellung zum Thema Opium. Die Ausstellung handelte von der Geschichte des Opiums imb Golden Triangel, über die Opium Kriege, die Verbreitung des Opiums in die Welt bis zum heutigen Einsatz. Man konnte viel darüber lesen, oder immer wieder Filme schauen.
Golden Triangel
Von einem schönen Aussichtspunkt aus konnten wir über das Gebiet des Golden Triangel schauen. Hier kommen die Länder Thailand, Myanmar und Laos zusammen. Der Mekong und ein weiterer Fluss bilden die Grenzen. Im Hintergrund konnten man als viertes Land auch noch Hügel erkennen, welche bereits auf chinesischem Territorium stehen.
Wat Chedi Luang in Chiang Saen
Unsere letzte Station war die Besichtigung einer alten Tempelanlage. Zu den Ruinen des Wat Chedi Luang gehört ein 18m hoher, achteckiger chedi, der zwischen dem 12. Und 14. Jh. Erbaut wurde. Er ist recht gut erhalten. Nur die Spitze schien rekonstruiert worden zu sein. In die Ruinen des Alten Tempels wurde ein neuer Tempel aus Holz gebaut. Die Verschmelzung zwischen alt und neu fand ich sehr schön.
Etwas geschafft von den vielen Eindrücken des Tages machten wir uns auf den Rückweg. Schon wieder waren wir in Schlafstimmung. Unser Fahrer hielt am Strassenrand an und kaufte zwei Päckchen geschnittene Ananas für uns. Wir freuten uns sehr und genossen die sehr geschmacksvollen süssen Ananas-Stücke.
Da es schon 18:00 Uhr war machten wir uns kaum zurück, gleich wieder auf den Weg zum grossen Samstagsmarkt. Es gab sehr viel zu sehen und zu kaufen. Der Markt war voller Leute und erstreckte sich über mehrere Strassen. Auch Frauen des Akha-Bergvolkes, einer ethischen Minderheit, erkennbar an ihrem schönen Kopfschmuck, waren da und verkauften ihre Waren. Plötzlich, nach einer Lautsprecherdurchsage blieben alle Leute stehen, es wurde still und die Thais fingen zu einer Hymne/Lied an zu singen. Dies geschah wohl in Gedenken an ihren König. Danach ging das Treiben auf dem Markt wieder weiter als wäre nichts geschehen. Wir probierten natürlich wieder einige Köstlichkeiten: Spiesschen, Pad Thai, Kokosmilch und ein Becher voll Passionsfrucht. 🙂
