Da wir ja bekanntlich gerne gut essen, und zumindest ich auch gerne koche, stand für unseren Aufenthalt in Chiang Mai der Besuch eines Kochkurses hoch oben auf der Bucket List. Die richtige Kochschule auszuwählen stellte sich als gar nicht so einfach heraus, so gibt es doch in Chiang Mai über 20 verschiedene Anbieter. Nach ausgiebiger Recherche, welche sich über mehrere Tage hinstreckte, entschieden wir uns für die Kochschule Asia Scenic.
So wurden wir schliesslich früh morgens am 23.11.2016 bei uns im Hotel abgeholt und zur Kochschule ganz in der Nähe gebracht. Wir hatten das Ganztages-Programm gebucht, welches auf der Farm ausserhalb der Stadt stattfindet. Auf dem Weg zu dieser Farm stoppten wir bei einem lokalen Markt, wo wir viel Wissenswertes über die hiesigen Gepflogenheiten und Lebensmittel erfuhren. Auf dem Markt wimmelte es nur so von verschiedenen Waren: mehrere Sorten Reis, wobei die Thailänder nur zwischen «normalem» Reis und Sticky-Reis unterscheiden, allerhand Gemüse, Nudeln, Früchte, Fleisch, und was das Herz, resp. der Magen, begehrt. Sticky-Reis ist im Norden der bei den Einheimischen bevorzugte Reis. Dieser wird im Gegensatz zum «normalen» Reis vor der Zubereitung mehrere Stunden eingelegt und anschliessend nicht gekocht, sondern nur gedämpft. Ebenfalls fasziniert waren wir von den Chilis. In Thailand gilt grundsätzlich die Regel, dass die kleinen Sorten scharf sind und die grösseren eher mild. Besonders angetan haben es und die kleinen mit dem Namen «Burning Eyes»-Chili. Bei diesen gilt: Je röter der Schotten ist, umso schärfer ist das Teil. Vorsicht ist also angebracht. All die verschiedenen Nudeln, welche es bei uns im Thai-Laden nur getrocknet gibt, gibt es hier in allen Formen und Grössen frisch. Tipp für zu Hause: Nudeln 10-15’ und Glasnudeln 30’ in kaltem Wasser einweichen.
Die zur Kochschule gehörende, schmucke Farm ist idyllisch gelegen und liebevoll gepflegt. Als erstes bekamen wir einen Welcome-Snack (Meang Khum), um uns ein bisschen besser kennen zu lernen. Unsere Klasse bestand aus zehn Teilnehmern (zwei Spanier, einem Franzosen, zwei Englänger, einem Holländer und zwei Kanadiern). Es folgte nun der vermeintlich schwierigste Teil des Tages: Die Auswahl der zu kochenden Gerichte. Jeder Teilnehmer konnte sich sein Menü selber aus den sieben Kategorien zusammenstellen. Anschliessend wurden wir durch den Garten der Farm geführt und lernten viel über die hiesigen Kräuter, Pflanzen und Gemüse.
Nach der Garten-Tour ging es endlich mit dem Kochen los. Die erste Kategorie war «Stir fried». Kyra entschied sich für «hot basil stir fried» und ich wählte das «pad thai». Alle Teilnehmer standen um einen grossen Tisch herum, jeder vor seinem Schneidbrett und seinem Messer und bekam von der Kochlehrerin, Indy, die richtigen Zutaten gereicht, sowie die passenden Anweisungen. Wichtig war es, auf dem Teller die Richtigen Grüppchen zu machen, denn anhand von diesen erfolge später die Zubereitung. Als alle ihr Gericht vorbereitete hatten, ging es weiter zur Kochinsel, wo jeder seinen eigenen Wok hatte. Er ging nun ziemlich hektisch zu und her, obschon die Reihenfolge eigentlich immer dieselbe ist: Oel heiss machen, Knoblauch und allenfalls Zwiebeln beigeben, anschliessend Tofu, Fleisch und Ei. Sobald dieses gar ist würzen anhand der Zauberformel (1x Zucker, 2x Fischsauce, 3x Austernsauce). Bei einem Nudelgericht nun die Teigwaren hinzufügen und erst kurz vor Schluss noch das Gemüse.
Der 1. Gang war sehr lecker und nach einer kurzen Pause ging es unmittelbar weiter mit der Vorbereitung und der Zubereitung des 2. und 3. Ganges. Es ging nun um die Kategorien Salate und Frühlingsrollen.
Wiederum nach einer kurzen Verdauungspause in der Hängematte, ging es hinter die Vorbereitung der Hauptgänge: Suppe und Curry. Natürlich haben wir auch unsere Currypaste selbst hergestellt, was in Handarbeit noch einiges von einem abverlangt. Parallel dazu haben wir auch noch das Dessert vorbereitet. Beim Kochen war anschliessend wieder Action angesagt. Alles in allem ist die Thaiküche nicht sehr schwierig für den Koch – vor allem nicht, wenn man alle Zutaten immer schön in der richtigen Qualität und Quantität gereicht bekommt und beim Kochen angeleitet wird. In der Thaiküche geht es, zumindest wenn es nach unserer Kochlehrerin geht, darum, sich von den Emotionen leiten zu lassen.
Vollgefressen und glücklich wurden wir anschliessend wieder in die Innenstadt von Chiang Mai gebracht. Den Rest des Tages verbrauchten wir sehr gemütlich, bis sich gegen den späteren Abend, auf uns unerklärliche Weise, wieder ein kleines Hungergefühl breitmachte. So ging es halt noch einmal los. Nach einem kurzen Fussmarsch entdecken wir einen fahrbaren Essensstand der uns zusagte. Kaum hatten wir unsere Portion erhalten, fuhr der Stand davon. Egal, wir suchten uns nun noch etwas zum Dessert. Nach kurzer Suche fanden wir einen Crèpes-Stand. Da auch dieser nach uns das Weite suchte, beendeten wir unseren «Fresstag» und gingen zurück in Richtung Hotel.
